Mittwoch, 14. Dezember 2016

Jahresabschluss des Arbeitskreises Personalwesen

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Der letzte Arbeitskreis Personalwesen fand in diesem Jahr traditionell wieder bei der AOK Nordost statt. Bei Kaffee und Kuchen konnten die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer Neues vom Arbeitsgericht Schwerin erfahren, sowie aktuelles aus der Rechtsprechung im Bereich des Arbeitsrechts. Nach der Begrüßung durch den Gastgeber Michael Bögner – Unternehmensbereichsleiter der AOK Nordost – berichtete die Referentin, Frau Brigitta Zwolski – Direktorin des Arbeitsgerichts Schwerin - zu den genannten Themen.

Im neuen Jahr gibt es vor allem für die Angestellten und Richter des Arbeitsgerichts Schwerin einige Neuerungen. So wird ab Januar 2017 der elektronische Rechtsverkehr eingeführt, sodass bald nur noch per Mausklick Schriftsätze u.ä. an ein elektronisches Gerichtspostfach geschickt werden kann. Mit der elektronischen Kommunikation müssen sich somit nicht nur die Richter befassen, sondern auch die Rechtsanwälte. Doch ob die Einführung tatsächlich Personal und auch Arbeit einsparen wird, wird sich wohl erst nach ein paar Jahren zeigen, so Zwolski. Denn die „Naturparteien“ (diejenigen, die nicht von einem Bevollmächtigten vertreten werden) sind nämlich nicht dazu verpflichtet, sodass trotzdem noch viel Papier im Umlauf sein wird, was aber wiederum eingescannt und verschickt werden muss. Mit der Einführung der elektronischen Akte ab 2018 wird man die Richter dann auch nur noch mit einem Bildschirm im Gerichtssaal antreffen, anstatt mit einer dicken Akte. Die Digitalisierung ist somit auch im Gericht angekommen.

Die gute wirtschaftliche Entwicklung der Region Schwerin, macht sich auch beim Arbeitsgericht bemerkbar, so berichtete Frau Zwolksi, dass in diesem Jahr, im Vergleich zum Jahr 2013, 550 weniger Klagen eingingen. Problematisch wird in Zukunft jedoch die weitere Entwicklung der Altersstruktur der Bevölkerung in M-V. Von den 630 Richtern und Staatsanwälten in M-V werden allein in 8 Jahren ¼ von ihnen in den Ruhestand gehen. In 13 Jahren dann die Hälfte. Doch Nachwuchs kommt schwer nach, sodass es schwer wird die 315 Richter und Staatsanwälte zu ersetzen, so Zwolski.

Nicht nur das bereitet Probleme, auch der Gesetzgeber macht den Richtern, in manchen Bereichen, die Arbeit schwer, was dann wiederum insbesondere bei den Arbeitgebern für Unverständnis sorgt. Dies regte bei den Unternehmern verständlicherweise die Diskussion an.

Wir bedanken uns auf diesem Wege nochmals ganz herzlich bei Frau Zwolski, dass sie sich wieder für die Unternehmer/innen die Zeit nahm und viele hilfreiche und wichtige Tipps gab, und natürlich bei dem Gastgeber für die freundliche Unterstützung.

2020
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