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Montag, 24. September 2018

Offener Brief von Wirtschaftsvertretern Vorpommerns an Landesregierung

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Unternehmerverband fordert Fakultät für Ingenieurwissenschaften an Uni Greifswald - Offener Brief von Wirtschaftsvertretern Vorpommerns an Landesregierung

Mit einem Offenen Brief haben sich Unternehmer aus Vorpommern an die Landesregierung gewandt. Das Schreiben ist Ergebnis der jüngsten Wirtschaftsgespräche des Unternehmerverbandes Vorpommern, zu denen der Verbandsvorstand rund 50 Unternehmer sowie Kommunalpolitiker, Vertreter von Berufsbildungseinrichtungen und zudem den Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände MV Sven Müller auf den Schoner „Weiße Düne“ eingeladen hatte.

Der Unternehmerverband Vorpommern, der derzeit 250 Mitgliedsunternehmen zählt, will die wirtschaftliche Entwicklung der Region vorantreiben und sucht dafür den Schulterschluss mit den Verantwortungsträgern in Land und Bund, bekräftigte der neue Geschäftsführer des Unternehmerverbandes Vorpommern Jens Feißel während der Ausfahrt mit der „Weißen Düne“. Der Offene Brief an die Landesregierung benennt wirtschaftliche Hemmnisse und fordert pragmatische Lösungen ein: 1. Ausbau der Mobilfunkstandorte für ganz Vorpommern, 2. Ansiedlung einer Fakultät für Ingenieurwissenschaften an der Uni Greifswald, 3. Ausbildung ausländischer Fachkräfte, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und 4. ein übergreifendes Verkehrskonzept für die Insel Usedom.

Noch immer gebe es Landesteile in Vorpommern, in denen EC-Kartenzahlungen nicht möglich sind, weil die Netzversorgung unzureichend ist, kritisierten die Unternehmer. Es sei nicht länger hinnehmbar, dass wichtige Telefonate oder sogar Rettungseinsätze unter Verbindungsproblemen litten. „Als Unternehmerverband begrüßen wir ausdrücklich den geplanten Ausbau der Mobilfunkstandorte mit LTE-Erweiterung für die Insel Usedom. Aber es ist nur konsequent, dies auf die gesamte Region und auch Greifswald auszudehnen“, betonte Gerold Jürgens, Präsident des Unternehmerverbandes Vorpommern. Er forderte insbesondere den Oberbürgermeister der Stadt Greifswald Stefan Fassbinder auf, politischen Druck über die Landes- und Bundespolitik auszuüben, um die Hauptnetzbetreiber Telekom, Vodafon und Telefonica/O2 in die Pflicht zu nehmen.

Die derzeit rückläufigen Studentenzahlen an der Universität Greifswald wertete der Präsident des Unternehmerverbandes Gerold Jürgens als „Ausdruck schwindender Standortvorteile.“ Uni, Stadt und Land seien gefordert, dem entgegenzuwirken. „Wir brauchen eine wirtschaftsnahe, universitäre Forschung. Mit der Ansiedlung einer Fakultät für Ingenieurwissenschaften an der Universität Greifswald wird die gesamte Region aufgewertet“, betonte Gerold Jürgens. Die Universität als größter Arbeitgeber in Greifswald muss über die bestehenden Forschungsbereiche hinaus eine stärkere Anbindung an die regionalen Wirtschaftsunternehmen erhalten. Die Wirtschaft benötige dringend den fachlichen Nachwuchs. Viele Technologieunternehmen würden davon profitieren und selbst die Medizinerausbildung verlange heute technisches Know-how. „Fachkräfte aus und für die Region, das ist unser Ziel“.

Ohne die Integration von qualifizierten Migranten in den Arbeitsmarkt sei allerdings das Fachkräfteproblem nicht mehr zu lösen. „Die demografische Entwicklung macht es erforderlich, zielorientiert und nach klaren Anforderungsprofilen, auch ausländische Fachkräfte zu akquirieren und dauerhaft in der Region zu halten“, erklärte Präsident Jürgens. Die derzeit bestehenden Projekte des Unternehmerverbandes mit Vietnam, Mexiko und Brasilien müssen politisch mitgetragen und gefördert werden. Zwingend notwendig seien wirksame Konzepte der Bildungsträger zur Anpassungsqualifizierung und Deutschausbildung, auch vor Ort in den Herkunftsländern. „Unerlässlich dafür ist ein Einwanderungsgesetz, dass uns als Wirtschaft endlich Luft zum Atmen verschafft“, so Präsident Jürgens. Großes Unverständnis herrschte bei den Unternehmern darüber, dass ein junger Mann aus Albanien, der gerade seinen Ausbildungsvertrag bei der Firma ME-LE in Torgelow unterschrieben hat, jetzt aufgrund eines abgelehnten Asylbescheids abgeschoben werden soll. Nach bestandener Sprachprüfung, nach erfolgreicher Berufsorientierung und nach einem Praktikum im Unternehmen. „Igli Balliu ist seit einem Jahr in Deutschland und hat bewiesen, dass er hier arbeiten und leben will. Er spielt Fußball, ist ehrenamtlicher Schiedsrichter beim Torgelower FC Greif. Er ist bereits integriert“, unterstrich ME-LE- Geschäftsführer Dietrich Lehmann und forderte ein Umdenken. Seit Jahren bemühe sich seine Firma in der Region oft vergeblich um Auszubildende für Handwerksberufe.

Bei dem Treffen der Wirtschaftsexperten auf der „Weißen Düne“ kamen erneut auch die Verkehrsprobleme auf der Insel Usedom zur Sprache. Aus Sicht des Unternehmerverbandes Vorpommern ist das Thema derart komplex, dass Präsident Gerold Jürgens eine Verkehrskonferenz mit zuständigen Bundes- und Landespolitikern fordert. Jürgens: „Ich will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Landesverkehrsminister Christian Pegel und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hier auf der Insel endlich an einem Tisch haben! Gut gemeinte, wahlkampfbezogene Arbeitsgruppen auf kommunaler Ebene hatten wir genug!“ Unerklärlich ist aus Sicht der Unternehmer die im März 2018 ergangene Ablehnung eines einheitlichen Verkehrskonzeptes für die Insel durch den Landtag.


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