Unternehmerverband Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin e.V.
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Dienstag, 13. Oktober 2015

4. Schweriner Unternehmerfrühstück zur Flüchtlingssituation

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80 Unternehmerinnen und Unternehmer auf dem 4. Schweriner Unternehmerfrühstück: das Thema konnte aktueller nicht sein und das Podium nicht besser besetzt. Die Flüchtlingssituation, die Auswirkungen, Probleme und Chancen standen auf der Tagesordnung im Schweriner medienhaus:nord. Unter Moderation von Norbert Bosse diskutierten Dr. Antje Draheim – Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales M-V; Dirk Heyden - Agentur für Arbeit Schwerin; Jana Maiwirth - Hotel ARTE Schwerin; Regine Rothe – Jobcenter Schwerin; Franzel Simon - HELIOS Region Nord-Ost und Ulrike Seemann-Katz - Flüchtlingsrat M–V e.V.

Einig waren sich die Spitzenvertreter der anwesenden Einrichtungen über die Bewertung, dass es keine leichten und schnellen Lösungen geben wird. Weder die Anzahl der im Land Mecklenburg-Vorpommern zurzeit befindlichen Flüchtlinge, geschweige denn ihre beruflichen Qualifikationen, sind ausreichend bekannt. Die Schätzungen liegen zwischen 13 – 20 Tausend Asylsuchende.

Die beiden Praxisberichte von Franzel Simon und Jana Maiwirth relativierten auch manche Hoffnung auf eine zügige Integration in Ausbildung und Arbeit. Während die Hotelierin ihre Erfahrungen aus dem Bundesprojet MobiPro schilderte, verwies der Klinikchef auf Schwierigkeiten im Anerkennungsverfahren insbesondere bei den höheren medizinischen Qualifikationen. Neben der Sprache und der fachlichen Ausbildung sind auch mentale Unterschiede, die sich aus religiösen oder ethnischen Zugehörigkeiten ergeben, zu beachten. Dazu gehören soziale Kompetenzen wie Pünktlichkeit, Teamfähigkeit und die Achtung vor dem anderen Geschlecht.

Ca. 1.500 anerkannte Asylbewerber sind gegenwärtig im Leistungsbezug des SGB III und stehen damit dem Arbeitsmarkt in M-V unmittelbar zur Verfügung. Viele befinden sich davon zurzeit in Sprachausbildung und werden, so die Einschätzungen der anwesenden Arbeitsmarktexperten, mit Unterstützung ab Mitte bis Ende nächsten Jahres integrierbar sein. Gefragt sind nun die Unternehmerinnen und Unternehmer in Mecklenburg-Vorpommern.

Laima Möller, die selbst über einen Migrationshintergrund verfügt, und Sparkassenvorstand Ulrich Kempf zeigten sich diesbezüglich sehr aufgeschlossen. Es überwog, ohne die mächtigen Herausforderungen zu übersehen, ohnehin eine unternehmerische Sichtweise, die die Chancen in den Mittelpunkt rückt. Nach dem offiziellen Teil gab es dazu zahlreiche persönliche Kontakte und Gespräche mit den Experten aus dem Podium.

Unter dem Strich war es eine mehr als überzeugende Veranstaltung, die es so in dieser Form und mit dieser geballten fachlichen Kompetenz bisher in M-V nicht gegeben hat. Die Schweriner Regionalleitung hat damit, auch für weitere ähnliche Zusammenkünfte im Lande, die Messlatte ganz schön hoch gehängt.

4. Schweriner Unternehmerfrühstück TV Schwerin
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